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Notarielles Testament ersetzt den Erbschein

Nach einem Urteil des OLG Hamm (Az. 31 U 55/12) dürfen sich Sparkassen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht das Recht vorbehalten, zum Nachweis der Erbfolge nach einem Kontoinhaber grundsätzlich die Vorlage eines Erbscheins zu verlangen. Der Erbe hat auch die Möglichkeit, sein Erbrecht durch ein eröffnetes notarielles Testament nachzuweisen. Nur wenn sich bei Prüfung der Verfügung von Todes wegen erhebliche konkrete Zweifel am Erbrecht ergeben, kann die Sparkasse auf der Vorlage eines Erbscheins bestehen. Das OLG Hamm liegt damit auf einer Linie mit dem Bundesgerichtshof (BGH v. 07.06.2005, XI ZR 311/04).

Die Erleichterung des Erbnachweises gilt ausdrücklich nur für notariell errichtete Verfügungen von Todes wegen, nicht dagegen für handschriftliche Testamente. Ein notarielles Testament ist damit in der Regel günstiger als ein Erbschein. Das rechnet sich: es umfasst nicht nur die erbrechtliche Beratung durch den Notar und das Erstellen des Testaments nach den Vorstellungen und Wünschen des Erblassers, sondern erleichtert auch den Erben das Antreten der Erbschaft.

Die Europäische Erbrechtsverordnung ist verabschiedet

Am 07. Juni 2012 wurde die europäische Erbrechtsverordnung verabschiedet. Nach Ablauf des Übergangszeitraums bis zum 17.08.2015 wird sie weitreichende Auswirkungen auf die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung und die Vollstreckung von Entscheidungen in Erbsachen haben. Insbesondere soll nach dem Willen des Verordnungsgebers der Nachlass grundsätzlich nach dem Recht des Landes abgewickelt werden, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Gerade deutsche Staatsangehörige, die ihren Lebensabend im europäischen Ausland verbringen wollen, sollten daher ihre testamentarischen Regelungen im Hinblick auf das künftig anzuwendende Recht überprüfen lassen.

Das Zentrale Testamentsregister

Seit 01. Januar 2012 werden in das bei der Bundesnotarkammer
in Berlin geführte Zentrale Testamentsregister die Verwahrangaben über alle erbfolgerelevanten Urkunden aufgenommen. Der Notar ist verpflichtet, in elektronischer Form Name, Geburtsort und Geburts-
standesamtsnummer des Erblassers sowie den Verwahrungsort der Urkunde an das Zentrale Testamentsregister zu übermitteln.

Sobald das Zentrale Testamentsregister Kenntnis vom Tod des Erblassers hat, wird sodann die verwahrende Stelle von dessen Ableben unterrichtet; die Verfügung des Erblassers wird eröffnet.
Auf diese Weise wird mit modernen Kommunikationsmitteln erreicht, dass die für die Bestimmung der Erbfolge relevanten Urkunden schnell und zuverlässig gefunden und berücksichtigt werden können.